Was geschieht bei einem Angstanfall bzw. einer Panik-Attacke?
Während eines Angstanfalls greifen - ähnlich wie bei einem Getriebe - zahlreiche “Zahnräder” ineinander, die sich gegenseitig antreiben oder bremsen. Sie verstehen Panikattacken bzw. Ängste besser, wenn Sie sich die Bestandteile der Angst bewusst machen.
Die körperlichen Merkmale bei Angst und Panik
Körperliche Symptome stehen bei den meisten Angstbetroffenen im Vordergrund: Atembeschwerden, Engegefühl im Brustraum, Herzrasen, Schwindel, weiche Knie und vieles mehr.
Diese Empfindungen entstehen, weil der Körper sehr viel Energie bereitstellt für eine Kampf- oder Fluchtreaktion - ein lebensnotwendiges Reaktionsmuster, das den Menschen in die Lage versetzt, sich bei Bedrohung entweder zu verteidigen oder die Flucht zu ergreifen.
Der Automatismus ist uns aus frühester Urzeit erhalten geblieben, denn der Beutefang war überlebensnotwendig und im drohenden Fall des angegriffen Werdens oder der Konfrontation mit dem Feind war die bereitgestellte Energie lebenserhaltend. Es handelt sich also um eine sinnvolle Reaktion.
Treten diese Angstreaktionen jedoch bei alltäglichen Situationen bzw. bei bestimmten Gedanken oder Vorstellungen auf, so wird vom Körper ein Überschuss an Energie bereitgestellt, die nicht sinnvoll abreagiert werden kann und diverse körperliche Beschwerden verursacht:
| - | das Herz schlägt schneller, wodurch mehr sauerstoffreiches Blut in die Muskeln gepumpt wird, was bei Kampf, Flucht, aber auch bei sportlicher Betätigung notwendig ist | |
| - | die Atmung beschleunigt sich, wodurch vermehrt Kohlensäure aus dem Blut in Form von Kohlendioxid ausgeatmet wird |
Dadurch verschiebt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut, was Beschwerden wie Benommenheit, Gefühle der Unwirklichkeit, Hitze- und Kältewallungen, Muskelkrämpfe u.s.w. verursacht.
Obwohl das Gefühl entsteht, keine Luft mehr zu bekommen, geschieht im Körper genau das Gegenteil: es wird so viel Sauerstoff wie nötig aufgenommen und zuviel Kohlendioxid abgeführt. Die beschleunigte Atmung dient bei körperlicher Anstrengung dazu, den durch die Muskelarbeit vermehrten Sauerstoffbedarf zu decken und die anfallende Kohlensäure auszuscheiden. Somit ist Angst ein Zuviel an Energie!
Der/die Betroffene steht unter ständiger Hochspannung. Diese Anspannung verursacht bei einer Vielzahl von Betroffenen dauerhaft muskuläre Verspannungen im HWS-Bereich (Halswirbelsäulen-Syndrom).
Angst- und Panik-Gedanken
Angstgedanken sind oft Auslöser bzw. Verstärker der Angst. Unser Denken beeinflusst unsere Stimmung, unsere körperlichen Reaktionen und unser Verhalten:
| - | das Herzrasen ist bestimmt der Vorbote eines Herzinfarktes | |
| - | ich werde gleich in Ohnmacht fallen, die Kontrolle verlieren |
Diese Befürchtung ist völlig überflüssig, denn bei einer Anspannung, wie sie jetzt vorliegt, kann keine Ohnmacht eintreten!
Verhalten bei Angst und Panik-Attacken
In einem Angstzustand wollen wir schnellstmöglich flüchten bzw. die angstauslösende Situation hinter uns bringen. Viele Betroffene entwickeln “Sicherheitsstrategien” wie den Notarzt anrufen, Beruhigungsmittel bei sich tragen bzw. einnehmen, essen, rauchen, Alkohol konsumieren, immer ein Handy bei sich tragen. Situationen, in denen keine sofortige Hilfe verfügbar ist bzw. aus denen man nicht sofort entfliehen kann (Aufzug, Autobahn, Flugzeug, U-Bahn u.s.w.), werden gänzlich vermieden. Der Kreislauf der Angst bewirkt letztendlich, dass sich der Aktionsradius auf das häusliche Umfeld beschränkt.
Gefühle bei Angst und Panik-Attacken
Das Gefühl der Angst steht bei einer Panikstörung im Vordergrund. Andere Gefühle wie Enttäuschung, Traurigkeit, Wut werden dabei in den Hintergrund gedrängt und gar nicht mehr wahrgenommen. Mir ist es wichtig, dass wir die Seite hinter der Angst erforschen und andere wichtige Gefühle in den Vordergrund holen um zu erkennen, welch wichtige Dinge Sie in Ihrem Leben anpacken und positiv verändern sollten.
Häufige Symptome bei Angst und Panik-Attacken
| Atemnot
Beklemmung Benommenheit Darmbeschwerden Erstickungsgefühl Gefühl der Unwirklichkeit Herzklopfen Herzstolpern Hitzewallungen Kälteschauer Kribbeln in Armen |
Kribbeln in Beinen Kurzatmigkeit Ohnmachtsgefühl Schmerzen in der Brust Schwächegefühl Schwindel Schwitzen Todesangst Übelkeit Zittern oder Beben ... |